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Warum ist das Wissen über Zahnunfälle so wichtig?

Was passiert nach unfallbedingtem Zahnverlust?

Warum ist der Zahnerhalt besonders für Kinder und Jugendliche so wichtig?

Was passiert nach Zahntrauma?

Was ist zu tun nach einem Zahnunfall?

Redcross


Hilfe, Zahnunfall!
Ich brauche sofort Informationen!


Warum ist das Wissen über Zahnunfälle so wichtig?

Etwa 20-30% der Kinder und Jugendlichen haben bis zum 16. Lebensjahr einen Zahnunfall erlitten.
Vornehmlich sind die oberen Frontzähne betroffen – also Zähne in ästhetisch höchst empfindlicher Region.
Von äußerlich nicht sichtbaren ”Erschütterungen” eines Zahnes oder Brüchen einer Zahnwurzel über abgebrochene Zahnkronenstücke bis zum vollständigen Ausschlagen eines oder mehrerer Zähne reichen die Beobachtungen.

Die volkswirtschaftlichen Folgekosten nach Zahnunfall belaufen sich nach Untersuchungen aus Dänemark auf
5 Millionen US-Dollar je 1 Million Einwohner pro Jahr
– bezogen auf die Bundesrepublik (80 Millionen Einwohner) sind dies also etwa 640 Millionen US-Dollar.
Geht in jungen Jahren ein Zahn verloren, muß mit lebenslangen Folgekosten von etwa 10-20 000 Euro ausgegangen werden – Kosten, die nur zum Teil von den Kostenträgern (z.B. Krankenkassen) übernommen werden.

Ist das Wissen über das richtige Verhalten nach einem Zahnunfall in der Bevölkerung bekannt, können die meisten der durch Unfall geschädigten Zähne dauerhaft erhalten werden.

Den Unfallopfern bleiben
erhebliche Leiden und viele Zahnarztbesuche erspart.
Für die Volkswirtschaft
ergeben sich Einsparungen in enormer Höhe.

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Was passiert nach unfallbedingtem Zahnverlust?

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Nach Zahnverlust wird der zahntragende Knochen nicht mehr benötigt, er wird in Höhe und Breite recht schnell abgebaut. Auch Zahnfleisch geht verloren.

 

Die Nachbarzähne kippen in die Lücke, Zähne aus dem Gegenkiefer wachsen aus diesem heraus und in die Lücke hinein. Das gute Aussehen leidet, die Ästhetik ist erheblich gestört. Die Aussprache leidet. Daher müssen Lücken umgehend versorgt werden.

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Wird eine Brücke angefertigt, steht der ersetzte Zahn oft vor dem Kiefer, weil der Knochen zusammengefallen und auch normales Zahnfleisch verloren gegangen ist. Der Zahn “wächst nicht aus dem Zahnfleisch heraus” und sieht damit nicht natürlich aus.
Soll die Lücke z.B. mit einem Implantat versorgt werden, erfordert dies zusätzliche aufwendige und teuere Operationen, um den verlorenen Knochen und das verlorene Zahnfleisch erst wieder aufzubauen.

 

 

 

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Warum ist der Zahnerhalt für Kinder und Jugendliche so besonders wichtig?

Nach Zahnverlust sind bis zum weitgehenden Abschluß des Körper- bzw. Gesichtswachtums i.d.R. keine sinnvollen , d.h. endgültigen, umgehenden, schnellen Versorgungen der Zahnlücke (z.B. Brücken, Implantate) möglich. Hilfsweise müssen meist Prothesen getragen werden.

Es kommt zu einem dramatischen Knochen- und Zahnfleischverlust. Spätere Behandlungen sind sehr erschwert, aufwendiger und deutlich teurer. Die Ausformung der Kiefer wird behindert. Das Aussehen und die Sprache werden gerade in der wichtigen Zeit der Pubertät erheblich beeinträchtigt. Psychische Problemen können resultieren.

Es ist deshalb von höchster Wichtigkeit, daß gerade
Kindern und Jugendlichen
unfallverletzte Zähne wenn irgend möglich
erhalten werden!

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Was passiert nach Zahntrauma?

Ein Zahn besteht aus verschiedenen Anteilen:
den Zahnhartgeweben (Schmelz, Dentin, Zement) und der Zahnpulpa (“Zahnnerv”). Die Pulpa (der “Zahnnerv”) wird von Blutgefäßen und Nerven durchsetzt.
Das Parodont (der Zahnhalteapparat) besteht aus Zahnzement (braun), das die Zahnwurzel bedeckt, speziellen Haltefasern und dem Zahnfachknochen (Alveolarknochen). Die Fasern ziehen vom Zahnzement zum Knochen des Zahnfaches und hängen den Zahn im Knochen auf. Jeder gesunde Zahn ist deshalb ein bißchen beweglich. Zellen in der Wurzelhaut auf der Zahnwurzeloberfläche sorgen dafür, daß die Fasern am Zahn verankert sind. Andere Zellen können Haltefasern aufbauen oder reparieren.

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Durch einen Unfall können die Zahnhartgewebe, aber auch der angrenzende Knochen brechen. Die Blutgefäße, die die Pulpa versorgen, können platzen oder abreißen; die Pulpa kann absterben. Im Zahnhalteapparat können die Haltefasern zerreißen, die hier liegenden Zellen können gequetscht werden und absterben. Wird ein Zahn ganz ausgeschlagen, und wird er nicht richtig gerettet, sterben so viele dieser wichtigen Zellen innerhalb von 20 bis 30 Minuten ab, daß der Zahn nach dem Zurückpflanzen nur eine begrenzte Überlebenszeit hat.

Nach dem Unfall muß umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, damit Komplikationen sofort erkannt und Behandlungen begonnen werden können.

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Was ist zu tun nach einem Zahnunfall?

Nach einem Zahnunfall muß umgehend
ein Zahnarzt/eine Zahnärztin aufgesucht werden.

Diese werden den Patienten untersuchen und die Verletzungen genau dokumentieren.
Bei Bedarf werden sie die notwendigen Behandlungen einleiten.

Achtung: Engmaschige Kontrollen sind wichtig, damit auftretende Komplikationen (z.B. verzögertes Absterben eines Zahnnerven) erkannt und behandelt werden können. Das kann bereits durch die Erschütterung eines Zahnes eintreten - ohne daß äußerliche Zeichen darauf hindeuten. Es kann immer zu Folgeschäden kommen - bis zum Zahnverlust!

Insbesondere bei Schul- und Arbeitsunfällen und tätlichen Auseinandersetzungen muß der Zahnunfall dokumentiert werden. Nur durch gut dokumentierte zahnärztliche Untersuchungen können ein Schaden oder ein eventueller Folgeschaden auf den Unfall zurückgeführt werden. Nur dann können die hohen Kosten für z.B. Zahnersatz den Versicherungsträgern, Unfallverursachern usw. auferlegt werden.

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